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02.02.2011 - Stadtbibliothek Erlenbach - Poesie à la carte
02.02.2011 -  Stadtbibliothek Erlenbach - Poesie à la carte Auf Einladung der Freude der Stadtbibliothek Erlenbach haben wir am 2.2. nach längerer Pause nun schon zum vierten Mal dort gelesen.

Schön, dass dieses Mal um die 20 Besucher da waren, noch schöner, dass das Publikum uns wohl gesonnen war (vielen Dank nochmal für das viele Lob während und nach der Lesung und vor allem für die Spenden!), und am schönsten, dass wir wieder eine ganz neue Themenzusammenstellung präsentieren durften:

Alex beweinte die in Plastikgolgothas gefangenen Physalis in der Obstabteilung, Marion hauchte ihre Gedanken zum Strumfband den gebannten Zuhörern entgegen, Peter erinnerte bei seiner Strickliesel an Feldpostpäckchen nach Murmansk und Michael setzte sich mit den Problemen eines Kranichs bei der Berringung auseinander, deren traumatische Erfahungen diesen zum Freiheitskämpfer werden ließen.

Vielen Dank auch für den Besuch der Presse. Genug der Worte, lassen wir die Medien (Main-Echo vom 4.2.11) sprechen:


Schmackhaft und abwechslungsreich
Poesie á la carte: Eine Lyriklesung der ganz anderen Art in der Stadtbibliothek Erlenbach - Zuhörer sind 90 Minuten mal amüsiert, mal verblüfft


Erlenbach Gut 20 Zuhörer waren am Mittwochabend der Einladung der Freunde der Stadtbibliothek gefolgt und verfolgten 90 Minuten mal amüsiert, mal verblüfft, immer aber aufmerksam, was eine Frau und drei Männer an Lyrik servierten. Sie servierten ein schmackhaftes und abwechslungsreiches Menue, wobei die Besucher selbst aus einer »Speisekarte« unter 20 Gängen wählen konnten.

Und dann gab es die Kochvariationen von vier aktiven Mitgliedern des Vereins zur Förderung der Dichtung am Untermain, Variationen, die viel weniger bürokratisch und langweilig klangen als der Name der »Kochschule«.

Ergebnis 14 Tage später

Alle zwei Wochen treffen sich die Mitglieder des Vereins, eine oder einer schlägt ein Thema vor und vierzehn Tage später kommen die Lyrikfans wieder zusammen und tragen sich gegenseitig vor, was ihnen zum Thema eingefallen ist. 130 solcher Themen wurden bisher lyrisch »verwurstet«, wie die Homepage des Vereins ausweist. Die Auswahl reicht von A wie »Abwrackprämie« bis Z wie »Zwielicht«.

»Der Verein zur Förderung der Dichtung am Untermain hat es sich zum Ziel gesetzt, Poesie aus vergilbten, oft ungelesenen Lyrikbänden heraus in das Leben der Menschen hinein zu bewegen«, lautet das programmatische Motto.

Zwei bis vier lyrische Versionen zu jedem der gewählten Themen gab es zu hören, je nachdem, wie viele Mitglieder sich ans Schreiben gewagt hatten. Interessant: Jeder der vier hat seinen individuellen Stil, jeder ist aber auch wandlungsfähig.

Der Senior des Quartetts, Peter Althaus aus Aschaffenburg, pflegt eine gewählte, manchmal fast ein bisschen antiquierte Sprache, erzählt kleine Geschichten, oft mit Kreuzreim. »Es lockt der Sonne wärmende Kraft«, formuliert er mit einem Genitivus explicativus, wenn er das Thema »Physalis« in Reime fasst.

»Ein irrer Fruchtgenuss«

Ganz anders klingt das bei Alex Sonnentag aus Babenhausen, der sich sensibel in die Frucht hineinversetzt: »eingekerkert hinter weißem Gitter«. Marion Marxen aus Mespelbrunn beginnt ihren Text anschaulich und bildhaft: »Hinter zarten Blätterflügeln … welch ein irrer Fruchtgenuss.« Verblüffend, dass Michael Seiterle - ganz unabhängig davon - bei seiner Version einen ganz ähnlichen Gedichtbeginn gewählt hatte - »Hinter zarten Blätterblüten« -, bevor er dann seiner erotischen Phantasie beim Blick auf die Frucht in seiner Bildsprache freien Lauf ließ: »seidenhauchig wie ein Negliglé«.

Interessant, wie feste lyrische Formen den Sprachduktus und den Stil der Lyriker ändern. Althaus’ Sprache war kaum wieder zu erkennen, als er das »Alcatras« in einer Reihe von Haikus abhandelte - qualitativ sicher ein Vorzug.

Alliterationen, Bilder, Metaphern

Mal leicht pathetisch, witzig, mal mit Alliterationen, mit Bildern und Metaphern, mal mit wilden Stilbrüchen zwischen poetischer Sprache, die am Schluss in ein »Arschloch« mündet: Die Varianten lyrischen Sprechens sind so unbegrenzt wie spannend. Und vieles davon reizen die Mitglieder des Vereins zur Förderung der Dichtkunst aus, wenn sie ihrer Phantasie und ihrer Freude an der Sprache freien Raum lassen. Die Besucher in Erlenbach sind sich einig: Zur Nachahmung wärmstens empfohlen.

Heinz Linduschka

Zur Gelerie der Lesung.
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